Realschulabschluss

Die Schülerinnen und Schüler des Realschulprofils schließen in der Regel die 10. Klasse mit dem Realschulabschluss ab. Dazu nehmen sie an den hessenweiten zentralen Abschlussprüfungen in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch teil. Diese Abschlussprüfungen sind schriftliche Prüfungen von 120 bis 180 Minuten Länge, deren Inhalt auch der Schule erst am Morgen des jeweiligen Prüfungstages bekannt ist. Die Prüfungstage sind hessenweit festgelegt. Meist finden sie im Mai statt. Die Prüfungsergebnisse stellen ein Drittel der Endnote in dem jeweiligen Fach dar. Mit einem Anteil von zwei Dritteln wird die Leistung des zweiten Schulhalbjahres gewichtet. In den Fächern, in denen keine Prüfungen abzulegen sind, entspricht die Note des zweiten Schulhalbjahres der Abschlussnote.

Bereits im ersten Schulhalbjahr der 10. Klasse müssen die Schüler eine Präsentationsprüfung ablegen. Zur Vorbereitung fertigen sie eine Hausarbeit zu einem von ihnen gewählten Thema an. Dabei kann sich das Thema an den individuellen Interessen orientieren. Es muss jedoch einem Unterrichtsfach zuzuordnen sein und durch die Schulleitung genehmigt werden. Die Hausarbeit ist Grundlage bei der Beratung des Schülers durch den prüfenden Lehrer.

Auf der Basis der schriftlichen Ausarbeitung fertigt der Schüler eine 10minütige Präsentation an. Bewertet werden sowohl die inhaltliche Tiefe wie die Methodenkompetenz bei der Präsentation. Das persönliche Auftreten wird ebenfalls bewertet und geht in die Note mit ein. Eine ca. fünfminütige Befragung durch das Prüfungsgremium rundet die Prüfung ab.

Alternativ zur Präsentationsprüfung besteht die Möglichkeit eine mündliche Prüfung abzulegen. In der Vorbereitung unterscheiden sich beide Prüfungsvarianten nicht wesentlich. Bei der Präsentationsprüfung hat die Schülerin jedoch mehr Kontrolle über das Prüfungsgeschehen als bei einer mündlichen Prüfung, die von der Lehrkraft gestaltet und gesteuert wird.

Die Prüfungskommission besteht aus drei Personen. Sie setzt sich aus dem entsprechenden Fachlehrer und einer Protokoll führenden Lehrkraft unter dem Vorsitz der Schulleiterin zusammen. Um den Realschulabschluss zu erreichen, ist eine Durchschnittsnote von vier die Voraussetzung. Bei einer Durchschnittsnote von Drei oder besser berechtigt er zum Übertritt auf eine weiterführende Schule.

Oft wird dabei übersehen, dass die im Unterricht, bei schriftlichen Aufgaben und die in den Leistungsnachwiesen erbrachten Leistungen weit ausschlaggebender für die Abschlusszensuren sind als die Prüfungsnoten.

Da die Bewerbungsphase bereits ein Schuljahr vor Erreichen des Abschlusses beginnt, ist das Zeugnis der 9. Klasse für das Finden eines Ausbildungsplatzes oftmals ausschlaggebend.